Gedankenperlen von Said Nursi

  • „Die Wissenschaft von der Religion ist das Licht des Gewissens. Die Naturwissenschaft spiegelt das Licht der Vernunft wider. Die Wahrheit wird offenbar durch die Vereinigung der beiden. Wenn sie getrennt sind, kommt es zu Fanatismus in der Religion. Und es entstehen Fehlschlüsse und Skeptizismus in der Wissenschaft.
  • Wir haben drei Feinde. Es sind Unwissenheit, Armut, Uneinigkeit. Diesen drei Feinden werden wir mit Wissenschaft, Qualifizierung und Einigkeit entgegentreten.
  • Für den Dienst am Glauben und für das Wohl der Menschheit ist es notwendig, dass man die Streitthemen mit den anderen Religionen beiseite legt und gemeinsam arbeitet und sich einsetzt.
  • Glaube weist auf Einheit. Einheit weist auf Ergebenheit. Ergebenheit führt zu Vertrauen und Geduld. Und dieses birgt das Glück der zwei Welten.
  • Diese Welt ist eine Erfahrungswelt. Hierbei kann man dem Verstand die Tür öffnen. Den freien Willen aber darf man nicht antasten. Wenn jedoch in einem Menschen dessen Emotionen und Instinkte die Oberhand haben hört er das Urteil des Verstandes nicht.
  • Der Kosmos ist ein außergewöhnliches Kunstwerk. Wenn man ihn aus der Perspektive des Korans studiert, eröffnen sich Horizonte der Unendlichkeit.
  • Der Glaube an einen Schöpfer erhebt den Menschen vom banalen zum erhabenen. Glaube eröffnet die Türen zur menschlichen Vervollkommnung und der Mensch begreift sein Platz im Universum.
  • Scharia, der Weg der Religion, besteht zur 99% aus Ethik, Gebet, Jenseits und Tugendhaftigkeit. Nur 1% ist Rechtsordnung. Und dies ist die Sache des Staates.“1
  • „Es gibt kein Dorf ohne einen Bürgermeister, keine Nadel ohne ihren Meister; sie kann nicht ohne einen Besitzer sein. Es gibt keinen Buchstaben ohne seinen Schreiber; das weißt du. Wie wäre es also möglich, dass dieses so wohlgeordnete Land ohne einen Herrscher wäre? Woher sollte all der Reichtum an Kunst- und wertvollen Gütern kommen, so, als käme jede Stunde ein Zug aus dem Unsichtbaren?
  • Das Ding, das die Naturalisten »Natur« nennen und das nur in ihrer Vorstellung, aber nicht in der Realität existiert, kann bestenfalls und wenn es eine äußerliche Realität besitzt, nur ein Kunstwerk, aber kein Künstler sein. Es ist eine Dekoration, aber nicht der Dekorateur. Es ist ein Rechtsspruch, aber kein Richter. Es ist ein Naturgesetz, aber nicht der Gesetzgeber. Es ist ein erschaffenes Ehrenkleid, aber nicht der Schöpfer. Es ist ein reagierendes Objekt und kein agierendes Subjekt. Es ist ein Kodex von Gesetzen, nicht seine durchführende Instanz. Es verfügt selbst über keine Macht. Es ist eine Lineatur und nicht das Lineal…
  • Gibt es eine Möglichkeit, den Tod zu töten, sodass nun der Verfall der Welt entfällt, menschliche Schwäche und Armseligkeit aufgehoben und die Pforte des Grabes verschlossen werden, dann sage es mir; ich höre. Wenn nicht, dann schweig!… In der großen Moschee des Kosmos erklärt der Qur’an den Kosmos. Lauschen wir ihm! Lassen wir uns von seinem Licht erleuchten! Handeln wir nach seiner Rechtleitung. Er sei unser immer währendes Gebet! In der Tat ist er das Wort und als solches wird er bezeichnet. Er ist die Wahrheit. Er spricht die Wahrheit. Er zeigt die Tatsachen auf und strahlt das Licht seiner Weisheit aus…
  • Der Tod ist keine Hinrichtung, er ist nicht das Nichts, kein Verwehen und Vergehen, kein Ende, keine ewige Trennung, keine völlige Leere, kein Zufall, kein Abbruch ohne einen, der wieder aufbaut, im Gegenteil: er ist eine Entlassung durch einen allweisen und allbarmherzigen Schaffer, ein Platzwechsel. Er ist ein Transport zur ewigen Glückseligkeit, zu Eurer eigentlichen Heimat. Er ist ein Tor, (hinter dem die Menschen) zusammenkommen, um (hinüberzugehen) in die Welt des Zwischenreiches, ein Versammlungsort für neunundneunzig Prozent Eurer Freunde.“2
  1. Quelle: http://www.said-nursi.de/SaidNursi-Islamdenker.pdf/abgerufen am 28.08.2019
  2. Quelle: Risale-i Nur Gesamtwerk. Kommentare zum Qur’an. Übersetzer: Davut Korkmaz